Sprachbarrieren abbauen und Spracherwerb fördern

Ein zielführendes Sprachmanagement kann Herausforderungen durch unterschiedliche Sprachniveaus in Teams relativieren und somit auch die Potenziale einer multilingualen Belegschaft erschließen. Ermöglichen Sie:

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Sprachmanagement in Organisationen

Aus Sicht von Unternehmen ist Sprachkompetenz ein häufig genanntes Problem bei der Integration internationaler Fachkräfte. Dabei geht es um Fragen wie man Sicherheitsaspekte, Arbeitsabläufe und Inhalte gut vermitteln kann. Auf Ebene des Teams können Unsicherheiten in der Sprache zu Missverständnissen und zu Benachteiligung führen. Um dem vorzubeugen, kann eine Organisation Sprachkurse anbieten (direkt oder über externe Angebote). Auch eine sprachsensible Beschilderung und eine Sensibilisierung für die Nutzung einfacher Sprache kann Mitarbeiter:innen helfen, Unsicherheiten aufgrund der Sprache zu vermeiden.

Häufig finden Ihre Mitarbeiter:innen aber auch Mittel und Wege zu kommunizieren. Unterstützen Sie sie dabei und seien sie offen für ein buntes sprachliches Miteinander!

Tipp:

Das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge bietet eine Broschüre und Webinare zum Thema Deutsch im Berufsalltag. Finden Sie darin Informationen, wie man Sprachkenntnisse richtig einschätzen kann, zu staatlichen Angeboten und Fördermöglichkeiten und zu Möglichkeiten den Arbeitsalltag sprachfördernd zu gestalten.

 

Wo finde ich Sprachkurse?

Sprachkurse sind der klassische Weg um Sprachkenntnisse zu fördern. Dabei gibt es die Möglichkeit Kurse im Unternehmen, Einzelunterricht oder Gruppenkurse außerhalb der Organisation anzubieten. Eine andere Frage ist, welches Vokabular benötigt wird. Reicht allgemeine Umgangssprache oder wird viel Fachvokabular benötigt und ein Berufssprachkurs wäre die bessere Wahl.

Tipp:

Nicht immer reicht ein klassischer Sprachkurs, da gerade am Arbeitsplatz bestimmtes Fachvokabular benötigt wird. Z.B. sind Sicherheitsanweisungen für die Arbeit in der Produktion oft schwer mit „Alltagsdeutsch“ zu verstehen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) informiert und organisiert Berufssprachkurse und vermittelt Trainer:innen. Informieren Sie sich und finden Sie ein passendes Angebot für Ihre Bedürfnisse

Zum Erlernen der Grundlagen und auch um Kontakte vor Ort zu knüpfen kann ein Sprachkurs in der lokalen Volkshochschule helfen. Der Kursfinder des Deutschen Volkshochschulverbands bietet eine Suche nach lokalen Sprachkursen.

Wie kann ich als Arbeitnehmer:in selbst Deutsch lernen?

Spracherwerb kann man auch fördern, indem man Angebote für eigeninitiiertes Lernen anbietet. Es kann hilfreich sein, den neuen Mitarbeiter:in auch bei der privaten Integration in die Stadtgesellschaft zu unterstützen. Gerade in Vereinen (z.B. im Fußballverein) kann man soziale Kontakte knüpfen und sich mit vielen Menschen unterhalten. Informieren Sie sich dazu auch in unserem Handlungsfeld Onboarding.

Tipp:

Das Portal „Make it in Germany” bietet einen ausführlichen Überblick an Möglichkeiten Deutsch online zu trainieren.

Wie kann ich Sprache im Arbeitsalltag gestalten?

Damit sprachliche Hürden gemindert werden, kann man auch den Arbeitsalltag sprachsensibel gestalten. Das hilft nicht nur Menschen, die nicht so gut Deutsch sprechen, sondern wahrscheinlich allen Ihren Mitarbeiter:innen.

Maßnahme 1: Nutzen Sie Glossare in denen Sie Fachwörter in Ihrem Betrieb mehrsprachig anbieten.  Diese helfen beim Erwerb von Fremdsprachen, aber auch dabei Fachvokabular zu lernen. Diese Glossare können von Ihren Mitarbeiter:innen ergänzt werden. So werden automatisch die Wörter abgedeckt, die am Anfang wichtig sind, aber auch nicht mit Alltagsvokabular abgedeckt werden.

Tipp:

Das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge bietet fachspezifische Wörterbücher (z.B. für die Pflege, den Handel, Bäckereien, etc.)

Link: https://www.unternehmen-integrieren-fluechtlinge.de/aktiv-werden/sprache/

Maßnahme 2: Sprachsensible Beschilderung und einfache Sprache. 

Gerade lange Beschreibungen zu Sicherheitsregeln müssen leicht verständlich und gut sichtbar sein. Oft kann man diese Regeln auch mit Bildern veranschaulichen. Auch ein langes Dokument mit komplizierten Sätzen und Wörtern zu Verhaltensregeln am Arbeitsplatz ist oft zeitintensiv zu lesen und wird deswegen schnell vergessen. Vielleicht lassen sie das ganze von jemanden, der nicht so gut Deutsch kann, in leicht verständliches Vokabular zu übersetzen.

Zusammenfassung

Für ein funktionierendes sprachliches Miteinander kann eine Organisation drei Dinge tun:

  1. Fördern Sie die Sprachkompetenzen Ihrer Mitarbeiter:innen. Bieten Sie passgenaue Lernformate, die die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter:innen und Ihrer Organisation aufgreift!
  2. Greifen Sie sprachliches Lernen im Arbeitsalltag auf. Nutzen Sie Glossare, die Fachvokabular übersetzen. Nutzen Sie dabei die Erfahrung Ihrer Mitarbeiter:innen und lassen Sie die Glossare ergänzen.
  3. Bauen Sie sprachliche Barrieren ab, indem Bildsprache zum Einsatz kommt. Das ist auch für Muttersprachler:innen manchmal schneller zu verstehen.

Noch Fragen? BeKuDi hilft:

BeKuDi kann als landesgefördertes Forschungsprojekt bei der Entwicklung des Sprachmanagements Ihrer Organisation weiterhelfen. Sie möchten bestehende Maßnahmen evaluieren, oder Kurse anbieten. Kontaktieren Sie uns bei Fragen und Anliegen!

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